Eichenblock zum Krankheitseinkeilen

Eichenblock zum Krankheitseinkeilen. Der Wender schnitt dem Kranken die FingernĂ€gel der linken, dann der rechten Hand und die ZehennĂ€gel des linken, dann des rechten Fußes oder nahm Haare des Kranken und wickelte sie in Papier. Dann ging er vor Sonnenaufgang an einem ersten Freitag im Monat oder bei abnehmendem Mond zu einer jungen Eiche und bohrte ein Loch in ihr Holz. Die BohrspĂ€ne mit den NĂ€geln des Kranken drehte er in den Werg, gab ihn in die Löcher und schloss sie mit Wachs. Vernarbte die BeschĂ€digung des Baumes, so sollte der Kranke gesund werden. Dahinter steckte der Glaube, man könne einen "KrankheitsdĂ€mon" im Baum einschließen. Leihgabe Heimathaus Braunau.

Quelle: Heimathaus Braunau Quelle Zusatz: Sonderausstellung "Glaube? Aberglaube? – Volksfrömmigkeit" | Kulturgut Hausruck (2014 und 2017)
Urheber: Foto: Fam. Keller, Geboltskirchen