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Der StÀndestaat 1934 - 1938

Nach der Ausschaltung des Parlaments, der WeiterfĂŒhrung der Regierung Dollfuß mittels Notverordnung aus dem 1. Weltkrieg und dem BĂŒrgerkrieg (12. - 15. Februar 1934) wurde durch die Maiverfassung 1934 entgĂŒltig der StĂ€ndestaat begrĂŒndet.

Im Einparteiensystem der VaterlĂ€ndischen Front sollten die Parteien durch berufsstĂ€ndische Organisationen ersetzt werden. Der von Engelbert Dollfuß begrĂŒndete und zuletzt von Kurt Schuschnigg reprĂ€sentierte Staat wurde weitgehend von Mitgliedern der christlichsozialen Partei und der Heimwehr getragen, doch konnte der stĂ€ndische Gedanke bis 1938 nur teilweise in die politische RealitĂ€t umgesetzt werden. Ideen einer stĂ€ndischen Ordnung, die in der christlichen Soziallehre bereits im 19. Jahrhundert auftauchten, wurden um 1930 von jĂŒngeren christlichsozialen Politikern und Vertretern der Heimwehr wiederaufgenommen.


FebruarkÀmpfe 1934

Die GegensĂ€tze zwischen Sozialdemokraten und Republikanischem Schutzbund (1933 verboten) einerseits und Christlichsozialen und Heimwehr bzw. der Regierung andererseits fĂŒhrten 1934 zum BĂŒrgerkrieg (12. - 15. Februar). Auslöser war eine Waffensuchaktion der Heimwehr (als Hilfspolizei) im Linzer sozialdemokratischen Parteiheim ("Hotel Schiff"), als sozialdemokratische SchutzbĂŒndler unter Rudolf Bernaschek bewaffneten Widerstand leisteten. Vorangegangen waren die Absetzung der Leitung der Arbeiterkammer sowie die Verhaftung namhafter SchutzbĂŒndler.

Dem Kampf in Linz folgten AufstÀnde in Wien und anderen Industrieorten (Steyr, St. Pölten, Weiz, Eggenberg bei Graz, Kapfenberg, Bruck an der Mur, Wörgl usw.). In Wels wurde nicht gekÀmpft, da in den Monaten zuvor Waffenlager (u.a. in der Papierfabrik) entdeckt wurden und ein aktiver Widerstand so nicht sinnvoll zu organisieren war.

Nationalsozialistischer Juliputsch 1934

Der mit Wissen deutscher offizieller Stellen durchgefĂŒhrte nationalsozialistische Putschversuch in Österreich begann am 25. Juli mit dem Überfall von 154 als Soldaten des Bundesheeres und Polizisten verkleideten SS-Leuten auf das Bundeskanzleramt. Dabei wurde Bundeskanzler Engelbert Dollfuß von 2 SchĂŒssen tödlich getroffen. Gleichzeitig drang eine Gruppe von Putschisten in die Wiener SenderĂ€ume der RAVAG ein und verbreitete die falsche Nachricht, dass Dollfuß die RegierungsgeschĂ€fte an Anton Rintelen ĂŒbergeben habe. Dies sollte das Zeichen fĂŒr den Aufstand der Nationalsozialisten in ganz Österreich sein, der in einigen Teilen von Oberösterreich, der Steiermark und KĂ€rnten zu mehrtĂ€gigen KĂ€mpfen fĂŒhrte.
Die Welser AlpenjĂ€ger wurden am Pyhrn-Pass eingesetzt – bei den KĂ€mpfen fiel der Welser Major Johann Charwat, ein hochdekorierter Offizier des 1. Weltkriegs.

Die Weltwirtschaftskrise

Die Weltwirtschaftskrise traf Wels besonders hart. WĂ€hrend Österreichweit die Arbeitslosigkeit auf 25,9 % stieg gingen in Wels von 4.296 IndustriearbeitsplĂ€tzen (1929) bis 1933 2.849 verloren (66,3 %). Viele Firmen mussten geschlossen werden: z.B. Hutfabrik Blum, Lederfabriken Adler & Ploberger, Hinterschweiger. Aber auch Gewerbebetriebe, Handwerker und kleine GeschĂ€fte fielen der Krise zum Opfer, da die vielen Arbeitslosen kaum Geld zum Ausgeben hatten. Die Arbeitslosigkeit betrug ca. 40 – 45 % - ausgesteuert und ohne heutige Sozialversorgung konnten die Menschen nur auf die Hilfe ihrer Heimatgemeinde hoffen. Doch die StĂ€dte wie Wels hatten auch kaum Mittel, um die Not zu lindern!
Durch die antiösterreichische Wirtschaftspolitik NS-Deutschlands (1000-Mark-Sperre, Handelshemmnisse etc.) verlÀngerte sich die katastrophale Wirtschaftssituation bis 1937!


"WELS 1938". Ausstellung des Stadtarchivs und des Stadtmuseums Wels vom 5. Juni bis 27. Oktober 2013 im Stadtmuseum Wels - Burg.

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