Forum OÖ Geschichte

Landesregierung und Militärregierung


Was in Österreich zu geschehen hatte, konnten nach dem Krieg die Österreicher nicht selbst entscheiden, sondern das bestimmte zuerst der Alliierte Kontrollrat, dann die Militärregierung und schließlich erst die Landesregierung. Der Alliierte Kontrollrat setzte sich aus Vertretern der vier Besatzungsmächte zusammen und stellte die oberste Verwaltungsebene dar. In den Bundesländern hatten anfangs die Militärregierungen der Besatzungsmächte das Sagen. Zusätzlich aber gab es noch eine Landesregierung, die im Auftrag der Militärregierung handelte und die nach und nach wieder selbstverantwortlich die Organisation der Landespolitik übernahm.

Die Militärregierung
Die amerikanische Militärregierung in Oberösterreich, die sich in 19 Bereiche gliederte, versuchte die Ordnung im südlichen Oberösterreich wieder herzustellen. Tausende Menschen, die durch den Krieg ohne Wohnung und Essen waren, mussten erfasst, untergebracht und versorgt werden. Wie das zu geschehen hatte, bestimmten die amerikanischen Generäle und Offiziere der Militärregierung. Soldaten bewachten die Straßen und passten auf, dass die strengen Gesetze von der Bevölkerung eingehalten wurden. Wie im Mühlviertel durften in der ersten Zeit ab 22 Uhr die Häuser nicht mehr verlassen werden. Das Tragen von Uniformen und der Besitz von Waffen war strengstens verboten. Nach und nach aber lockerte sich die strenge Verwaltung der Militärregierung und es wurden immer mehr Aufgabenbereiche an die oberösterreichische Landesregierung übergeben.

Oberösterreichische Landesregierung
Im Mai 1945 wurde Adolf Eigl von der amerikanischen Besatzungsmacht zum Landeshauptmann ernannt und mit der Bildung einer Landesregierung beauftragt. Sie führte eigentlich in erster Linie Befehle der Militärregierung aus und konnte sich nicht lange halten. Adolf Eigl wurde schließlich selbst aufgrund der strengen Entnazifizierungsbestimmungen verhaftet und durfte sein Amt nicht mehr ausüben. Im Herbst 1945 wurde eine neue Landesregierung unter Landeshauptmann Heinrich Gleißner gebildet. Die politischen Parteien ÖVP, SPÖ und KPÖ, die direkt nach dem Krieg noch verboten waren, wurden nun wieder zugelassen und am 25. November 1945 gab es die ersten freien Wahlen. Heinrich Gleißner blieb bis 1971 als Landeshauptmann von Oberösterreich im Amt.

 

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