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Bäuerliches Leben im Mittelalter


Der Gro√üteil der Menschen im Mittelalter lebte als Bauern in kleinen Siedlungen oder D√∂rfern. Besonders wichtig f√ľr das Zusammenleben war die Familiengemeinschaft. Alle halfen mit, um das √úberleben sichern zu k√∂nnen. Selbst die Kinder mussten mitarbeiten. Die Frauen hatten neben der Feldarbeit die Tiere (v. a. H√ľhner und Ziegen) zu versorgen, sie mussten kochen, waschen und sich um den Garten k√ľmmern. Dagegen arbeiteten die M√§nner meist auf dem Feld und waren f√ľr alle handwerklichen Arbeiten und Reparaturen zust√§ndig.

Das Leben war hart und man war in besonderem Maß von der Witterung abhängig. Besonders strenge Winter und Hitzeperioden, starke Regenfälle oder Unwetter konnten einen Großteil der Ernte vernichten. Hunger war die Folge. So verwundert es nicht, dass die Menschen die Feste im Jahreskreis als willkommene Abwechslung betrachteten und diese ausgelassen begingen. Besonders beliebt war die Kirchweihe.

Die Bauern unterstanden zwar dem Grundherren, dem sie Abgaben leisten mussten, allerdings wurden bestimmte Entscheidungen von der Dorfgemeinschaft selbst getroffen, z. B. wie die Dorfm√ľhle genutzt oder die gemeinsamen Felder bestellt wurden. Ein Teil der Felder war n√§mlich Allgemeingut des Dorfes; man nennt dieses Allmende. Im Laufe des Mittelalters setzte sich f√ľr deren Bebauung die Dreifelderwirtschaft durch.

Dreifelderwirtschaft

Bei der Dreifelderwirtschaft wurden die gemeinschaftlich bebauten Felder in drei Teile geteilt.

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Bei der Dreifelderwirtschaft wurden die gemeinschaftlich bebauten Felder in drei Teile geteilt.
In einem Sektor baute man z. B. Sommergetreide, im anderen Wintergetreide an. Den dritten Sektor ließ man brach stehen, so konnte sich der Boden ‚erholen’. Mit diesem System wurde es möglich, die Ernteerträge zu steigern.

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Die Häuser wurden meist aus Holz und Lehm errichtet, im späten Mittelalter baute man Teile davon (etwa die Fundamente) aus Stein. Gedeckt wurden die Häuser je nach Gegend mit Stroh, Schilf oder Holzschindeln. Die Fenster waren klein, da Glas viel zu teuer war und man durch zu große Fensteröffnungen keine Raumwärme verlieren wollte.

Die Bauern lebten zum Gro√üteil vegetarisch, meist kam Getreidebrei auf den Tisch. Fleisch a√üen die Menschen nur an hohen Festtagen und im Herbst. Dann n√§mliche wurde ein Teil des Viehs geschlachtet, um es nicht durch den Winter bringen zu m√ľssen. Jenes Fleisch, das nicht gleich verzehrt werden konnte, verarbeitete man zu W√ľrsten oder man r√§ucherte es. Besonders gerne a√üen die Menschen Schweinefleisch, w√§hrend H√ľhnerfleisch als Herrenspeise galt und den H√∂hergestellten vorbehalten war. Von den Tieren wurde alles verwertet (Fleisch, Haut, Borsten), nichts wurde weggeworfen.
Getrunken wurde meist Wasser, Most oder Molke, manchmal auch Bier.

Die Kleidung der Bauern bestand aus Leinen, Flachs oder Wolle, sie war meist in Braun oder Grau gehalten; bunte Farben waren f√ľr die Adeligen bestimmt.

 

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