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Michael Jachs (1897 – 1977) - "Der GrenzgĂ€nger und NS-Gegner"

Schon als SechzehnjĂ€hriger musste Michael Jachs 1913 nach dem Tod seines Vaters die FelbermĂŒhle in Windhaag ĂŒbernehmen. Die gĂŒnstigere Preissituation in der nahen Tschechoslowakei nutzte er nach 1918 aus, um einen systematischen Schmuggel mit Sacharin, Tabak, Virginia-Zigarren und Vieh zu betreiben.

Schon vor 1938 bereiteten Michael Jachs die Agitationen der Nationalsozialisten große innerliche WiderstĂ€nde. Nach einer Weigerung fĂŒr das Winterhilfswerk zu spenden, wurde er in Leopoldschlag an den Pranger gestellt. Oft wurde er verhört und auch in Linz inhaftiert. Haus und MĂŒhle sprach man einer zugewanderten Familie zu. Nur durch Zufall entkam er in den letzten Kriegstagen einem Exekutionskommando der SS.

WĂ€hrend des Krieges versorgte MĂŒllermeister Jachs immer wieder unter Lebensgefahr Notleitende ohne Bezugsscheine mit Mehl.


Mensch und Natur. Zur Geschichte des MĂŒhlviertels. Eine Dokumentation der Dauerausstellung im Green Belt Center in Windhaag, 2015.

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