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Glaube? Aberglaube? - Volksfrömmigkeit | Kulturgut Hausruck


Figuren des Aberglaubens - Sagen

In Sagen zeigt sich, woran die Menschen glaubten und was sie f√ľrchteten. Wir finden in den heimischen Sagen dieselben Figuren wie im "M√ľnchner Nachtsegen", in der Volks√ľberlieferung und in den Maskenumz√ľgen.

Manche Sagenfiguren entstanden vermutlich durch eine Umdeutung heidnischer Gottheiten. Sie wurden durch das Christentum ‚Äěverteufelt‚Äú und als Schreckgestalten dargestellt.

Oft verbergen sich hinter ihnen aber auch allgemeinmenschliche Vorstellungen und √Ąngste, die aus unserem Unbewussten stammen. Die Natur wurde vermenschlicht und belebt, das Korn dachte man, w√ľrde durch Kornd√§monen besch√ľtzt, Krankheiten durch Krankheitsd√§monen ausgel√∂st, die man abstreifen oder einschlie√üen konnte, und Unwetter von Hexen verursacht.

Auch tatsächliche Ereignisse, die man sich nicht erklären konnte, fanden Eingang in die Sage und wurden mystisch gedeutet.

Die Gesetze der Sagenwelt sind ähnlich den Gesetzten der Magie: Gleiches bewirkt Gleiches, schlägt man den Mantel einer Hexe, trifft man sie selbst, isst man etwas Rotes, heilt man Blutarmut.

 

Einteilung von Sagen:

1. Dämonologische Sagen, in deren Mittelpunkt ein dämonisches Wesen steht, z.B. Hexe, Teufel, Percht, Bilwiss, Drud und Arme Seelen. Diebe werden mit magischen Mitteln gebannt, Schatzgräber suchen mit Teufels Hilfe nach Schätzen, Krankheiten und Unwetter werden durch Schadenszauber hervorgerufen.

2. Historische Sagen, sie erkl√§ren und beschreiben historische Ereignisse, mystifizieren manchmal Geschehenes, erz√§hlen aber auch von ber√ľhmten Pers√∂nlichkeiten, von den Bauern- oder Franzosenkriegen.

3. Moderne Sagen und Alltagserzählungen, die auch heute noch entstehen können, und im jeweiligen Lebensraum angesiedelt werden.
 


Dokumentation der Ausstellung "Glaube? Aberglaube? ‚Äď Volksfr√∂mmigkeit" im Kulturgut Hausruck vom 26. April bis 2. November 2014.

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