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Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft | OÖ Landesausstellung 2016


MĂ€nner reiten - Reiten als Politik

Reiten ist Herrschen. Über mehrere tausend Jahre hinweg war Reiten die Metapher fĂŒr Herrschaft. Die mittelalterlichen Könige und Herrscher regierten im Umherziehen vom Sattel ihrer Pferde aus. Viertausend Jahre unserer Geschichte waren politisch vom „Sattel“ geprĂ€gt. Das meint der Begriff der „Sattelzeit“. Andererseits versteht man unter „Sattelzeit“ auch jene Übergangsperiode vom 18. bis ins 20. Jahrhundert, als Pferde Schritt fĂŒr Schritt ihre militĂ€rische, wirtschaftliche und politische Funktion verloren.

„Hoch zu Ross“ symbolisiert Macht, auch noch im 20. Jahrhundert. Der Philosoph Friedrich Hegel spottete einmal ĂŒber „all die Helden, die zu Pferde saßen“ und auch hoch zu Ross oft so klein und lĂ€cherlich wirken. MĂ€nner reiten: von Alexander dem Großen bis Napoleon, von römischen Kaisern und mittelalterlichen PĂ€psten ĂŒber SöldnerfĂŒhrer, Eroberer und Conquistadoren bis zu den MĂ€chtigen des 19. und 20. Jahrhunderts, gleich ob Monarchen oder PrĂ€sidenten, RevolutionĂ€re oder Diktatoren. Auch im 20. Jahrhundert  lassen sie sich noch hoch zu Ross malen und fotografieren, auch wenn lĂ€ngst Automobile, Hubschrauber und Flugzeuge die statusgerechten Fortbewegungsmittel geworden sind.

Pferde begeistern noch immer, Junge wie Alte, Reiche und weniger Reiche, MĂ€nner und heute zunehmend mehr Frauen als MĂ€nner.

Autor: Roman Sandgruber, 2016


Mensch & Pferd - Kult und Leidenschaft. Dokumentation zur OÖ Landesausstellung 2016, 29. April bis 6. November 2016 im Pferdezentrum Stadl Paura.

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